Der Höhepunkt eines Bullenmarkts und der Tiefpunkt eines Bärenmarkts haben eine überraschende Gemeinsamkeit: in beiden Momenten fühlt sich langfristiges Investieren – also Buy-and-Hold – für viele wie eine zähe Angelegenheit an.
Aktuell spreche ich immer wieder mit Anlegern, die selbst mit neuen Rekordständen an den Aktienmärkten unzufrieden sind. Es geht ihnen nicht mehr um stetiges Wachstum, sondern um schnellere, größere Gewinne. Die enormen, in kürzester Zeit erreichten Zuwächse bei einzelnen Aktienwerten (Oracle, Robinhood, Coinbase etc.) verleiten zu dieser Haltung.
Wenn dann der Freund oder Nachbar noch davon erzählt wie er mit einer bestimmten Aktien in den letzten 6 Monaten über 70% Gewinn gemacht hat, kann schnell das Gefühl aufkommen, etwas zu verpassen oder mit seiner Buy-and-Hold Strategie falsch zu liegen. Hier muss man sich aber klarmachen, dass höhere Renditen immer mit höherem Risiko einhergehen. Der Freund oder Nachbar ist einfach ein höheres Risiko eingegangen.
Neid und Gier sind schlechte Ratgeber. Den Feind, den wir besiegen müssen, sind wir selbst. Oder genauer gesagt: wir müssen unsere Emotionen kontrollieren. Das fällt vielen Anlegern schwer und ist die größte Herausforderung beim Investieren.
Gerade in Phasen, in denen die Märkte stabil und „sicher“ erscheinen, neigen Anleger dazu, höhere Risiken einzugehen. Oft in der Hoffnung, noch ein paar Prozentpunkte mehr herauszuholen – oder den „großen Wurf“ zu landen.
Doch dieser Drang nach kurzfristigem Erfolg führt nie zu nachhaltigem Vermögensaufbau. Die Geschichte zeigt, dass übermäßiges und riskantes Trading langfristig immer zu Verlusten führt.
Du musst entscheiden, ob Investieren für dich ein ernsthaftes Vorhaben oder Unterhaltung ist.
Investieren als Vorhaben ist eine lebenslange Aufgabe: mit Geduld und klarer Strategie Vermögen aufbauen. Es ist oft unspektakulär, aber wirkungsvoll.
Die langfristigen Chancen, damit Geld zu verdienen, liegen nahe bei 100 %.
Investieren als Unterhaltung ist eine Achterbahnfahrt – voller kurzfristiger Nervenkitzel, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig enttäuschend. Die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt hier nahe bei null.
Natürlich schließen sich beide Formen nicht aus. Es spricht nichts dagegen, einen kleinen Teil des Portfolios für spekulative Ideen zu reservieren.
Wichtig ist nur, verwechsle das eine nicht mit dem anderen: Investieren als Unterhaltung ist kein Vorhaben. Langfristiger Vermögensaufbau braucht Klarheit, Ruhe und Durchhaltevermögen. Egal in welcher Marktphase wir uns befinden, weiche nicht von deiner festgelegten Vermögenstruktur und Anlagestrategie ab. Sie wird dich durch Dick und Dünn auf Kurs halten und davor bewahren, teure Fehler zu begehen.

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