Die wichtigsten Börsenindizes sind nach dem „Kurzcrash“ der Börsen im April konstant gestiegen.
Neben dem eingeleiteten Zinssenkungszyklus der FED ist der entscheidende Treiber dabei die Künstliche Intelligenz. Unternehmen wie Nvidia, Microsoft, Oracle oder auch spezialisierte Softwareanbieter profitieren von einer enormen Kapitalzufuhr – sowohl aus den Unternehmen selbst als auch von Investoren.
- Nvidia wird $100 Mrd. in OpenAI für den Ausbau von AI-Datencenter und Energie Infrastruktur investieren
- Für jede $10 Mrd., die Nvidia in OpenAI investiert, kauft OpenAI für $35 Mrd. Nvidia Chips
- OpenAI hat sich verpflichtet, über die nächsten 5 Jahre $300 Mrd. Cloud-Computing Leistungen von Oracle zu beziehen. Das sind $60 Mrd. pro Jahr, wobei OpenAI aktuell nur $10 Mrd. Umsatz im Jahr erwirtschaftet und erst 2029 profitable sein will
- Oracle wird für $40 Mrd. Chips von Nvidia kaufen
Zwischen Nvidia, Oracle und OpenAI ist ein eng verflochtenes Netzwerk entstanden: Jeder agiert zugleich als Kunde, Lieferant und Investor des jeweils anderen.
Auch wenn die Unternehmen von heute nicht mit denen von 2000 vergleichbar sind (Umsätze, Cash flows, Profite), so kann dieses Setup schon an den Internet Boom und die dotcom Blase des Jahres 2000 erinnern… Hoffen wir mal, dass es dieses Mal besser ausgeht.
Aber zurück zum Thema… Die oben beschriebene Struktur schafft mehr als operative Effizienz – sie bildet ein strategisches Ökosystem, das:
- Planungssicherheit bietet,
- technologische Abhängigkeiten gezielt nutzt,
- Kapitalflüsse effizient steuert
- und die Vormachtstellung im KI-Sektor absichert.
Das gemeinsame Stargate-Projekt unterstreicht die Tiefe dieser Allianz – wirtschaftlich wie geopolitisch.
Was wie normale Geschäftsbeziehungen aussieht, ist ein bewusst gestaltetes System gegenseitiger Abhängigkeit – mit globaler Tragweite.
Es wäre wünschenswert, wenn sich eine solche Dynamik auch in Europa entfalten würde – das wird aber wohl Wunschdenken bleiben.
Die Erwartung an KI: sie wird Prozesse effizienter machen, neue Geschäftsmodelle ermöglichen und langfristig Produktivität freisetzen.
Anlegern sollte folgendes klar sein: Viele Bewertungen sind bereits sehr hoch, und es ist unklar, welche Geschäftsmodelle sich am Ende wirklich durchsetzen. KI ist ein langfristiger Strukturwandel – mit allen Höhen und Tiefen, die solche Entwicklungen mit sich bringen.
KI-Fantasien werden die Kurse weiterhin treiben.
Aber: In den Kursen der KI Unternehmen sind die hohen Erwartungen schon eingepreist und es wird zu Rücksetzern im Markt kommen.
Ich würde daher aktuell keine zusätzlichen Investments in KI tätigen, sondern auf solche Rücksetzer warten, gleichzeitig aber im breiten Markt voll investiert bleiben.

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