Was bewirken Broker-Apps wie Robinhood, Scalable und Trade Republic, die Kurse ständig aktualisieren und Nutzer mit Push-Nachrichten bombardieren?
Solche Apps nutzen gezielt psychologische Schwächen aus: Kurzsichtigkeit, mangelnde Impulskontrolle, Verlustangst oder den Reiz von „Lottoschein“-Investments.
Laut Ökonom Devin Imas sind insbesondere kurzlaufende Optionen sehr beliebt – und sehr riskant. Sie erinnern an Glücksspiele, bringen aber hohe Kosten mit sich, unter anderem durch große Spreads. Ein Spread ist der Unterschiedsbetrag zwischen An- und Verkaufskurs. Anleger zahlen beim Kauf einen Aufschlag auf den aktuellen Kurs.
Dieser Spread ist Teil des Gewinns der Broker.
Die Verluste durch diese Art des Tradings summierten sich bei Privatanlegern in Studien auf über 2 Milliarden Dollar in zwei Jahren – hinzu kommen weitere Milliarden an Gebühren.
Es gibt keine „kostenlosen“ Trading-Apps. Ihr Geschäftsmodell ist es, aus dem Verhalten der Nutzer Profit zu schlagen.
Ein weiterer Grund dafür, dass wir ständig handeln, ist tief im menschlichen Wesen verwurzelt. Viele Anleger haben das Gefühl, ständig aktiv sein zu müssen: kaufen, verkaufen, umschichten.
Das reine Beobachten – also „einfach mal nichts tun“ – fällt uns schwer. Wir verwechseln Aktivität mit Kontrolle. Passivität wirkt dagegen wie Stillstand oder Unsicherheit. Doch gerade an der Börse gilt: Mehr Aktion bedeutet nicht automatisch mehr Erfolg.
Langfristig erfolgreich ist nicht der, der am häufigsten handelt – sondern der, der diszipliniert investiert und Geduld mitbringt. Die meisten Privatanleger sollten überhaupt keine Einzeltitel handeln. Wenn selbst viele Profis den Markt nicht schlagen, ist es für Privatanleger kaum möglich.
Die Lösung: Ein breit diversifiziertes Portfolio, kluge Allokation und dann – aushalten. Wer trotzdem Spaß am Böresenhandel hat, kann einen kleinen Teil seines Kapitals „spielen“, aber das Vermögen sollte systematisch und langfristig investiert bleiben.

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