Rückblick auf 2025: Was überraschend war – und was nicht passiert ist

Das Jahr 2025 war geprägt von großen Themen: Künstliche Intelligenz, geopolitische Spannungen, Inflation, Zinsniveaus auf Mehrjahreshochs und immer wieder die Frage, wann endlich die erwartete Rezession einsetzt.

Trotz all dieser Faktoren verlief das Jahr an den Märkten in vielen Bereichen weniger spektakulär, als es die öffentliche Debatte vermuten ließ. Ein Blick auf drei Entwicklungen, die in ihrer Gewöhnlichkeit vielleicht gerade deshalb bemerkenswert sind:

1. Nur zwei der „Magnificent 7“ haben den Markt übertroffen

Die „Magnificent 7“ – also Alphabet (Google), Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla – standen 2025 erneut im Zentrum vieler Diskussionen, insbesondere im Zusammenhang mit dem KI-Hype.

Tatsächlich haben nur Google und Nvidia den S&P 500 in diesem Jahr übertroffen. Die anderen fünf Tech-Giganten – Microsoft, Apple, Amazon, Meta und Tesla – lagen in ihrer Wertentwicklung hinter dem Gesamtmarkt.

Das ist insofern bemerkenswert, als die mediale Wahrnehmung häufig von der Vorstellung geprägt war, dass Tech-Aktien „alles überrollen“. Die Realität war differenzierter. Wer sich nur auf große Namen verlassen hat, wurde 2025 nicht automatisch belohnt.

2. Die Bewertungen der Tech-Giganten sind nicht explodiert

Ein weiteres Narrativ, das sich 2025 hartnäckig hielt, war das einer bevorstehenden „Tech-Blase“. Doch ein Blick auf die Bewertungskennzahlen zeigt ein anderes Bild.

Mit Ausnahme von Tesla sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) der großen Tech-Werte entweder stabil geblieben oder gesunken insbesondere bei Unternehmen wie Nvidia, Broadcom, Oracle, Amazon oder Apple.

Natürlich gibt es viele Wege, Unternehmen zu bewerten, KGV ist nur einer davon. Doch wer eine spekulative Übertreibung erwartet hatte, musste feststellen: Die Bewertungen sind 2025 nicht in gefährliche Höhen gestiegen.

Das bedeutet nicht, dass eine Blasenbildung ausgeschlossen ist aber sie ist im vergangenen Jahr zumindest nicht eingetreten.

3. Die Rezession ist wieder ausgeblieben

Vielleicht die größte Überraschung: Trotz aller Rahmenbedingungen ist die befürchtete wirtschaftliche Abkühlung in den USA nicht erfolgt.

Zölle, 9 % Inflation, 8 % Hypothekenzinsen, ein Leitzins von 5 % – das Umfeld war durchaus geeignet, um eine Rezession auszulösen. Doch stattdessen blieb die Konjunktur stabil.

Ein Grund dafür dürfte die enorme Investitionstätigkeit im Technologiesektor sein. Vor allem die Ausgaben im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz haben sich als wichtiger Stabilisator für die Wirtschaft erwiesen.

Hier im historischen Vergleich zu anderen Perioden hoher Ausgaben für Infrastrukturprojekte:

Einige Beobachter sprechen sogar von einem „KI-Investitionszyklus“, der das Wachstum vorübergehend gestützt hat – ähnlich wie Infrastruktur- oder Rüstungsprojekte in der Vergangenheit.

Im Frühjahr sah es mit dem sogenannten „Tariff Tantrum“ kurzzeitig nach einer Eintrübung aus, und auch die Terminmärkte preisten eine steigende Rezessionswahrscheinlichkeit ein.


Doch am Ende blieb der Abschwung aus – erneut.

Was bedeutet das für Anleger?

2025 war ein Jahr, in dem vieles nicht passiert ist : Keine Blase, keine Rezession. Stattdessen: Solide Marktverhältnisse, stabile Bewertungen, differenzierte Entwicklungen unter den großen Namen.

Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Narrative und Schlagzeilen sind keine Strategie. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss im Markt investiert sein.


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