Volatilität gehört dazu – wer erfolgreich investieren will, muss sie aushalten

Einer der am meisten unterschätzten Aspekte langfristiger Geldanlage ist nicht die Auswahl der richtigen Produkte, nicht das Timing sondern die Fähigkeit, mit Schwankungen umzugehen.

Viele Anleger interpretieren deutliche Kursverluste als Warnsignal. Dabei sind sie in Wahrheit ein ganz normaler Bestandteil des Kapitalmarkts. Wer langfristig investiert, kommt nicht daran vorbei, auch unruhige Phasen auszuhalten – selbst wenn sie im Moment irrational oder beunruhigend erscheinen.

Ein Beispiel verdeutlicht das gut:

Im Jahr 2025 lag der S&P 500 zum Tiefpunkt im April am Liberation Day fast 20 % unter seinem vorherigen Höchststand.

Am 18 April lag der Index auf Jahressicht über 15 % im Minus. Am Jahresende stand dennoch ein Zuwachs von fast 18 %.

Zweistellige Verluste und zweistellige Gewinne – im selben Jahr.

Dieses Marktverhalten ist nicht ungewöhnlich. Vielmehr sind solche Schwankungen keine Ausnahme, sondern die Regel.

Ein Blick auf die Daten zeigt, wie häufig solche Muster auftreten:

Seit 1990 gab es insgesamt 36 Kalenderjahre. In 21 dieser Jahre kam es innerhalb des Jahres zu Rückgängen (Hoch- zu Tiefpunkt) von 10 % oder mehr.

Von diesen 21 Jahren, endeten 14 trotzdem mit einem positiven Ergebnis,

davon 11 sogar mit einem zweistelligen Jahresplus.

Mit anderen Worten: In fast 40 % aller Jahre seit 1990 hat der Markt eine Korrektur von mindestens 10 % durchlaufen und dennoch im selben Jahr über 10 % an Wert gewonnen.

Diese Zahlen zeigen: Volatilität ist nicht gleich Risiko.
Im Gegenteil: Wer in solchen Phasen Ruhe bewahrt, partizipiert stark an der nachfolgenden Erholung.

Nicht jedes Jahr endet im Plus – aber das ist auch nicht notwendig

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. 2000, 2001, 2002, 2008 und 2022 sind Beispiele für Jahre mit hohen Verlusten ohne anschließende Erholung im selben Kalenderjahr.

Diese Perioden gehören zur Realität von Kapitalmärkten. Sie unterstreichen, dass es auch längere Durststrecken geben kann. Aber sie verändern nichts an der grundsätzlichen Aussage:

  • Wer investiert, wird Schwankungen erleben.
  • Wer langfristig investiert, muss lernen, diese Schwankungen zu akzeptieren, nicht zu vermeiden.
  • Und wer in schwierigen Phasen vorschnell aussteigt, verpasst die anschließende Erholung.

Langfristig erfolgreiches Investieren setzt voraus, kurzfristige Unruhe auszuhalten.

Der Markt wird sich auch in Zukunft nicht gradlinig entwickeln. Es wird Jahre mit Rückschlägen geben und Jahre mit starker Erholung.
Entscheidend ist nicht, jedes Tief zu vermeiden, sondern trotzdem investiert zu bleiben.

Volatilität ist der Preis, den man zahlt, um langfristige Rendite erzielen zu können.


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